China: Das Reich der Mitte als Depotbeimischung

Chinas Wachstum, Größe und Marktkapitalisierung

Anleger verpassen mögliche Renditechancen, wenn sie nur auf den heimischen Aktienmarkt oder Richtung Nordamerika blicken. Der chinesische Aktienmarkt wird aufgrund seines Wachstums und seiner Dynamik weiter an Bedeutung gewinnen. Zum einen hat sich China in den letzten Jahren zunehmend für ausländische Investoren geöffnet. Zum anderen vollzieht die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt mit ihren 1,3 Milliarden Menschen einen Wandel von der einst verlängerten exportorientierten Werkbank der Welt hin zum Innovationstreiber und rohstoffhungrigen Binnenkonsumenten.

Aufgrund Chinas prognostiziertem jährlichen Wirtschaftswachstums von rd. 4,5% bis 5,7 % rechnen Wirtschaftsexperten damit, dass das Land die USA bereits 2028 - und somit 5 Jahre eher als zunächst angenommen - in der Wirtschaftsleistung (BIP) überholen wird. Das kalkulierte jährliche Wachstum der USA liegt aufgrund der Covid-19-Pandemie für die nächsten Jahre durchschnittlich nur bei etwa 1,6 % bis 1,9 % p.a. Dieses Jahr könnte jedoch eine Ausnahme darstellen, da die US-Regierung ein 1,9 Billionen US-Dollar schweres Konjunkturpaket aufgelegt hat. Dennoch dürften die langfristig höheren Entwicklungsprognosen Chinas auf ein zunehmendes Investoreninteresse stoßen, welches sich in vermehrtem Aktienhandel und einer steigenden Marktkapitalisierung chinesischer Unternehmen zeigen dürfte.

 

Pandemiebekämpfung und Freihandelsabkommen unterstützen das Wirtschaftswachstum

China konnte durch strengere Maßnahmen, Einreisesperren und striktere Isolation ihrer Millionenstädte das Coronavirus schneller unter Kontrolle bringen und somit auch schneller auf den Wachstumspfad zurückkehren. Bereits im 4. Quartal 2020 war das Land wieder auf Vor-Pandemie-Niveau zurückgekehrt und schloss das Gesamtjahr mit einem BIP-Wachstum von 2,3 Prozent ab. Im Vergleich dazu schlossen die USA mit -3,5 Prozent und die Eurozone mit -6,8 Prozent ab.

Der am 15. November 2020 mit von China unterzeichnete Vertrag zur größten Freihandelszone der Welt (RCEP) erhöht die wirtschaftlichen Langfristchancen der kooperierenden Länder. Chinas Binnenkonsum steigt außerdem aufgrund einer zunehmenden Mittelschicht mit höherer Kaufkraft und erhöhtem Technisierungshunger (Stichwort Online-Konsum) weiter an.

 

Die Rolle der chinesischen Regierung

Durch Chinas Strategie der Abschottung ausländischer Konkurrenten, wie Amazon, Facebook und Google, wachsen die chinesischen Pendants wie Alibaba, Tencent, Baidu und JD.com nahezu konkurrenzlos und ziehen weitere ausländische Investoren an. Seit dem letzten Jahr sollte jedoch auch das resolute Handeln der Regierung nicht ganz außer Acht gelassen werden: Einigen Konzernen drohen Kartellrechtsverfahren und ggf. sogar die Zerschlagung einzelner Strukturen, da sie entweder zu viel Marktmacht besitzen oder öffentlich Kritik an der chinesischen Regierung üben. Eine starke Gewichtung Chinas im Portfolio halten wir allein aufgrund des politischen Führungsstils, der sich u.a. in der der Unterdrückung von Regierungskritikern und den Menschenrechts- und Arbeitsbedingungen zeigt, für riskant. Gerade nachhaltig orientierte Anleger, die Wert auf ESG-Kriterien legen, dürften in Sachen Transparenz Herausforderungen haben.

Zusammenfassend lässt sich schlussfolgern, dass China durchaus eines Blickes wert ist. Starkes wirtschaftliches Wachstum, hoch profitable Unternehmen und ein stärker werdender Binnenkonsum lassen ein Investment im Reich der Mitte äußerst attraktiv erscheinen. Dessen autoritär geprägtes Staatssystem birgt allerdings auch Risiken, die sich negativ auf den Kapitalmarkt auswirken können.

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