RÜCKBLICK 2020 / AUSBLICK 2021

Rückblick 2020

„Corona-Pandemie“. So lautet das deutsche Wort des Jahres 2020, dessen Bedeutung das private Leben sowie Kultur und Wirtschaft im Jahr 2020 tiefgreifend beeinträchtigt hat. Die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus führten global zu historisch hohen Wirtschaftseinbrüchen, die sich in einem voraussichtlichen Rückgang des BIPs der USA und Eurozone von -3,6% und -7,3% widerspiegeln.* Zentralbanken und Regierungen reagierten auf diesen Wirtschaftseinbruch mit einer rekordhohen expansiven Geld- und Fiskalpolitik und unterstützten somit wesentlich die Unternehmen und Haushalte weltweit.

Auch für den Finanzmarkt war das Jahr 2020 außerordentlich turbulent. Sorgen um die Auswirkungen der Pandemie führten im März zu den größten Kursrücksetzern an der Wall Street seit dem „Schwarzen Montag“ 1987. Investoren haben ihr Geld aus sämtlichen Anlageklassen abgezogen, sodass selbst vermeintlich sichere Anleihen ihrer Stabilitätsfunktion nicht nachkommen konnten und mit teilweise sehr hohen Abschlägen gehandelt wurden.

Während vorsichtige Anleger nach dem Crash wieder in sichere Anlagen wie Gold und Staatsanleihen investierten, gingen optimistische Anleger von einer baldigen Erholung der Wirtschaft aus und fragten wieder verstärkt Aktien nach. Hier haben sich insbesondere Technologieaktien als Gewinner der Pandemie abgezeichnet. Beschleunigte Digitalisierungstrends wie Homeoffice und Online-Einkäufe beflügelten die Unternehmenszahlen und ebenso die Aktienkurse solcher Unternehmen.

Im November führten ein marktfreundlicher US-Wahlausgang sowie positive Impfstoff-Nachrichten zu einer erhöhten Risikobereitschaft der Anleger. Corona-Verlierer wie die Reise- und Freizeitbranche würden von einer zeitnahen Eindämmung des Virus besonders stark profitieren, sodass solche Titel verstärkt gekauft wurden. Risikoreichere Anleihen konnten ebenso profitieren, wohingegen sichere Staatsanleihen und Gold sowie bisherige Corona-Profiteure weniger gefragt waren.

 

Fondsentwicklung 2020

Nach einem guten Start in das Jahr 2020 wurden auch wir von dem Coronavirus bzw. seinen Auswirkungen auf Wirtschaft und Finanzmärkte überrascht. Dem breiten Markteinbruch konnten auch wir uns nicht entziehen, so dass der Fondspreis trotz partieller Absicherung um fast 18% nachgab. Als die von uns erwarteten Verlustniveaus erreicht waren, haben wir unsere Aktienquote schnell wieder aufgestockt und dabei den Technologiesektor präferiert. Im Nachhinein eine sehr gute Entscheidung. Nach der sehr schnellen Erholung an den Märkten haben wir unsere Aktienquote aufgrund der weiterhin heiklen Corona Entwicklung wieder deutlich reduziert. Rückblickend waren wir etwas zu vorsichtig und haben die enorme Finanzkraft der Zentralbanken und der Fiskalpolitik, bzw. deren Bereitschaft diese auch im Überfluss einzusetzen, unterschätzt.

Im Zuge der wirtschaftlichen Erholung und der positiven Impfstoffnachrichten in Q4 haben wir Industrie- und Rohstoffaktien ins Portfolio aufgenommen, welche aus unserer Sicht ein stärkeres Kurspotential als andere Sektoren boten. Die Investitionen haben sich bereits ausgezahlt. Für das neue Jahr sehen wir für den Bereich auch noch weiteres Potential.

Unsere defensiven Positionen im Fonds, bestehend aus überwiegend bonitätsstarken Anleihen und Gold, haben auch im vergangenen Jahr für Stabilität gesorgt und einen positiven Deckungsbeitrag erwirtschaftet.

Zum 31.12.2020 konnten wir das Jahr mit einer positiven Rendite i.H.v. 2,13% abschließen. Seit Auflage beträgt unsere Performance p.a. nach Kosten 3,27% bei einer Volatilität von 8,57%. Dieses Ergebnis stimmt uns zufrieden und bestätigt unsere eher konservativ ausgerichtete Investmentphilosophie.

 

Ausblick 2021

Für das Jahr 2021 gehen wir von einer anhaltenden wirtschaftlichen Erholung aus, welche jedoch wahrscheinlich nicht gradlinig verlaufen wird. Corona ist nach wie vor präsent, jedoch werden Impfstoffe und medizinische Versorgungen ein Leben mit dem Virus ohne wesentliche Einschränkungen für Leben und Wirtschaft wahrscheinlich bald ermöglichen.

Unser Optimismus wird durch die weiterhin enormen finanziellen Hilfen sowie durch den Start der Impfungen getragen. Nach dem rapiden Absturz der Wirtschaft, der grundsätzlich aus den Maßnahmen der Regierungen selbst resultierte, liegt es im besonderen Interesse aller Zentralbanken und Regierungen, die Wirtschaft zu unterstützen und weitere Rücksetzer zu vermeiden. Demzufolge bleiben niedrige Zinsen auch im nächsten Jahr weiter wahrscheinlich. Darüber hinaus wird die Außen- und Handelspolitik des designierten US-Präsidenten Biden für Entspannungen im Welthandel sorgen. Exportstarke Nationen wie Deutschland könnten davon besonders stark profitieren.

Angesichts künftig wieder steigender Unternehmensgewinne sowie der Tatsache, dass das globale Zinsniveau im vergangenen Jahr noch einmal erheblich gesunken ist, halten wir Aktien, trotz hoher Indexstände, nicht für überbewertet. Im Zuge der Corona-Krise sind Aktien noch ein Stück mehr alternativlos geworden. Des Weiteren stimmt uns das flexible Inflationsziel der FED positiv. Dadurch ist die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung zusätzlich minimiert worden. Allerdings könnten stark steigende Inflationszahlen auch zum Problem werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir dieses Szenario erleben werden, schätzen wir jedoch als gering ein. Die Notenbanken drucken zwar Geld im Überfluss, dieses gelangt jedoch nicht 1:1 in den Wirtschaftskreislauf. Des Weiteren sind die Arbeitslosenzahlen sowie die Sparquote stark gestiegen. Die Finanzhilfen der Regierungen sorgen bestenfalls für einen Nachfrageausgleich, jedoch nicht für einen Nachfrageüberhang.

Die Coronapandemie unter Kontrolle zu bekommen, ist ein Prozess, der noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Währenddessen werden auch die Nachfrage, Produktion und Auslastung sukzessive zurückkehren und dementsprechend auch die Inflation. Insbesondere in der Eurozone ist die Inflation derzeit auf einem sehr niedrigen Niveau. Hier hätte ein Inflationsanstieg durchaus positive Folgen.

 

* 2020 BIP-Prognose: Konsens der Schätzungen über Bloomberg

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